Die Jürgenhake Unternehmensgeschichte

Bernhard Jürgenhake (sr) gründete 1950 ein Unternehmen in Lippstadt, was sich mit Sortierarbeiten der heutigen Fa. Hella KG, beschäftigte.
Im Verlauf der Jahre wurde diese Tätigkeit um den Bereich der Blechumformung und Kabelkonfektion erweitert.

1980 trat Dr. Dipl. Ing. Bernhard Jürgenhake dem Unternehmen bei und gab dem Unternehmen richtungsweisende Impulse im Bereich der Kabelkonfektion.

Neben der Produktion führte das Unternehmen Entwicklungsarbeiten von Betriebsmitteln für die Kabelfertigung durch. Einen ersten wichtigen Impuls erhielt das junge Unternehmen durch die Fertigstellung des ersten eigenentwickelten Automaten für die Kabelherstellung. Diese Maschine, die Leitungen ablängt, abisoliert und mit Kontakten bestückt, zeichnete sich nicht nur durch eine um den Faktor 2 größere Geschwindigkeit als marktübliche Anlagen aus, sondern offerierte auch erheblich höhere Flexibilität, z.B. beim Fertigen von verzweigten Leitungssträngen. Der Automat brachte einen deutlichen Umsatzschub in der Kabelkonfektion. Die Produktionsfläche mußte durch den Bau einer weiteren Werkhalle verdoppelt werden. Bis 1985 wurden 2 weitere Automaten erstellt. 1986 wurde die Betriebsfläche durch den Zukauf des Nachbargrundstückes mit aufstehender Halle erweitert. In diese Halle wurde die Blechverarbeitung umgesiedelt.

Im Jahre 1988 wurde mit der Entwicklung leistungsfähiger Crimppressen, Crimpwerkzeuge sowie eines Prozessüberwachungssystems für die Kabelfertigung begonnen. Diese Produkte werden eigenständig vermarktet und auch in der Kabelkonfektion eingesetzt. Um die zum Bau dieser Produkte notwendige Werkzeugkapazität bereitstellen zu können, wurde der Bau von Schnitt- und Biegewerkzeugen für die Blechumformung 1989 eingestellt. Ende 1990 wurde entschieden, aufgrund der vorhandenen Wettbewerbssituation den Bereich Blechumformung, der zu diesem Zeitpunkt nur noch mit ca. 5% zum Umsatz beitrug, vollständig zu schließen und somit die gesamten technologischen und wirtschaftlichen Kapazitäten des Unternehmens auf Produkte der Kabelfertigung/Kabelverarbeitung zu konzentrieren.

1991 wurde das Betriebsgelände an der Erwitter Straße veräußert. Im Herbst 1992 wurde ein Neubau der gesamten Büro- und Produktionsflächen beschlossen, die am 01.01.1994 bezogen werden konnten. Das neue Gebäude zeichnet sich durch eine strikte Trennung von Hochregallager und Fertigungsstätte aus.

1995 erfolgte die Einführung eines integrierten PPS-Systems mit der Möglichkeit zum Datenaustausch zwischen Kunden und Lieferanten nach allen VDA-genormten Verfahren.

1996 wurde der Hochregaltrakt erweitert und ein vollautomatisches Tablarlager installiert. Tablar- und Palettenlager wurden nun von einer modernen graphisch orientierten Software mit permanenter Inventur gesteuert.
Ebenfalls 1996 erfolgte die Einrichtung eines Reinraumes zur Produktion hochgradig staub-, fett- und insbesondere silikonfreier Kabelsätze für Elektronikanwendungen.

1997 wurde die Tochtergesellschaft Jürgenhake Magyarorszag KFT in Szekszárd, Ungarn gegründet, die am 01.10.98 die Produktion in angemieteten Räumlichkeiten aufnahm.

1999 konnte ein neu errichtetes Firmengebäude in Szekszárd eingeweiht werden. In Szekszárd wurden überwiegend Handarbeitsplätze aufgebaut, sowie Doppelgurtmontagesysteme für die Fertigung von Scheinwerferverdrahtungen. Das dort installierte Lagersystem entspricht bzgl. seiner EDV-Struktur der in Lippstadt installierten, jedoch ist das Lager manuell bedient und nicht automatisiert.

Am Standort Lippstadt wurden die Maßnahmen zum Ausbau als Entwicklungslieferant vorangetrieben. Die Entwicklungskapazität für Produkte wurde ausgeweitet. Der Datenaustausch von CAD-Daten wurde eingeführt. Neben Kabelgruppen entstanden die ersten Kunststoffteile, Blechteile und Lampenfassungen bis zur Serienreife. Gleichzeitig wurde der Umbau der Fertigung in teamorientierter Gruppenarbeit weitergeführt, auch die Bereiche Einkauf/Verkauf, AV/AS und Qualitätswesen wurden bis Ende 1999 in Teamarbeit überführt.

Die Jahre 2000 und 2001 brachten dem Unternehmen eine deutliche Umsatzausweitung, das Personal in der Tochtergesellschaft in Szekszard erreichte Anfang 2001 den Höchststand von 185 Mitarbeiters. Seit Ende 2000 werden in Szekszard auch Kunststoffspritzteile gefertigt, die nachfolgend in Kabelsätzen verbaut werden. Die erfreuliche Entwicklung der ungarischen Tochtergesellschaft konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die verschärfte Konkurenzsituation in der kabelkonfektionierenden Industrie es zunehmend erschwerte, die Produktion im Stammsitz Lippstadt auszulasten. Im Jahre 2002 wurde Lippstadt daher in ein Service-, Engineering- und Logisitkzentrum umgebaut. Dank zweier neuer Projekte für die Kunden Goodrich sowie Behr-HELLA, beide im Hochtechnologiebereich angesiedelt, konnte die vollständige Einstellung der Produktion in Lippstadt verhindert werden.

Im Zuge der EU-Osterweiterung nivelliert sich das Kostenniveau Ungarns mit dem westeuröpäische Staaten. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, wurde eine weitere Gesellschaft in Timisoara, Rumänien gegründet, die "Jürgenhake Romania SRL".

Sie nahm am 1.1.2003 das operative Geschäft auf. In Timisoara sollen unter hohem Kostendruck stehende Produkte, insbesondere für den automobilen Bereich, produziert werden.

Ende 2004 waren in Timisoara bereits 75 Mitarbeiter beschäftigt. Da das Raumangebot der gemieteten Räumlichkeiten erschöpft ist, wurde im Dezember 2004 eine weitere Tochtergesellschaft, die Jürgenhake Immobiliare SRL gegründet. Geschäftszweck dieser Firma ist die Vermietung von Gebäuden sowie der Kauf und Verkauf von Immobilien. Im Januar 2005 erwarb diese Firma ein Grundstück in Timisoara, auf dem ein Produktionsgebäude errichtet werden soll.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern, wurde 2004 eine Umstrukturierung eingeleitet.

Die Bernhard Jürgenhake, Gesellschaft für Kabelkonfektion und Metallverarbeitung mbH wurde zu einer nicht mehr produzierenden Holding umgewandelt. Das produktive Geschäft mit Luftfahrtkabelsätzen und Elektronikkomponenten wurde in die Jürgenhake Deutschland GmbH verlagert, letztere Firma wurde im Dezember 2004 gegründet.

Am 7. März 2006 verstarb plötzlich und unerwartet unser Gesellschafter und Geschäftsführer Herr Dr. Ing. Bernhard Jürgenhake. Neue Gesellschafter der Bernhard Jürgenhake GmbH wurden durch testamentarischen Beschluss seine Kinder Katrin Jürgenhake und Christoph Jürgenhake. Herr Andre Russ übernahm die Funktion des Geschäftsführers.

Im April 2009 musste die Fertigung in Rumänien, aufgrund von massiven Umsatzeinbrüchen, geschlossen werden. Unser Fokus liegt heute auf die Fertigung in Ungarn und Deutschland.